Nicht alles muss benutzt werden

google-buzzDas Experiment, dass ich zur Google-Buzz-Gegenüberstellung verwenden möchte, lässt sich auf der Website realsnailmail.net verfolgen. Dort wird versucht, E-Mails mithilfe von Schnecken in einem Terrarium zuzustellen.

Das Experiment musste scheitern. Innerhalb weniger Wochen bekamen die Schnecken viel zu viele Aufträge. Weil sie mit der Schneckenpost hoffnungslos überfordert waren, mussten mehr Schnecken besorgt werden. Die Tierchen haben sich vermutlich gefühlt, wie meine Großeltern, wenn sie zum ersten mal Google Buzz benutzen. Zu viel, zu schnell, zu unübersichtlich.

Ähnlich wie die Schnecken verstehen viele Menschen das Internet heute nicht mehr in seiner Gänze. Wer nutzt schon drop.io zum Tauschen von Dateien, oder postero.us zum Lifestreaming? Solche Dinge bleiben vielfach Geek-Spielzeuge, ohne Chance auf Massenverbreitung. Meine Großeltern nutzen da lieber web.de zum Mailen und spiegel.de zum Lesen von Nachrichten.

Um bei der Schneckenanalogie zu bleiben: Meine Großeltern bewegen sich mit der Geschwindigkeit einer Schnecke durchs Netz und fühlen sich dadurch hoffnungslos überfordert. So wie ich mich von Google Buzz überfordert fühle.
Nicht alles, was gedacht und gemacht werden kann, muss genutzt werden.

Letztlich aber ist genau das großartig: Jeder nimmt sich im Netz das, was er braucht und anwenden will. Nicht alles, was gedacht und gemacht werden kann, muss genutzt werden. Das trifft auch auf Google Buzz zu.

Eine zweite Prämisse gilt im Netz ebenfalls nicht: Nicht alles muss zum Trend werden, um erfolgreich zu sein. Es reicht aus, dass ein kleiner Teil der Nutzer ein neues Werkzeug annimmt. Dann hat es bereits eine Existenzberechtigung. Auch das gilt für Google Buzz. Und jeder darf ein bisschen Schnecke bleiben.

18.02.2010 | von | Noch keine Kommentare




Hinterlassen Sie einen Kommentar